Ferienordnung

Gottesdienste

in den Ferien


Sonntagsmessen:

 

(kein KiWoGo in den Ferien)

 

9:30 Uhr

Hl. Messe

 

19:00 Uhr

Hl. Messe

 

 

Donnerstag:
8:00 Uhr

Wortgottesdienst

 

 

Samstag:
8:00 Uhr

Wortgottesdienst

 

Nächste Termine

Keine Termine

Im Jahr 1976 erfolgte die letzte Sanierung der Westfassade nach den damaligen Standards. Trotz dieser Sanierung traten im Sockelbereich wieder Mängel, vor allem Feuchtigkeit und Putzabplatzungen, auf.

Nach mehrmaligen Anläufen kam es am 12.4.2012 im PGR zum einstimmigen Beschluss, die Westfassade zu renovieren und es wurde zwecks Beschaffung eines Teils der erforderlichen Finanzmittel ein Treuhandkonto des BDA beim Bankhaus Schelhammer & Schattera eröffnet. Dass Handlungsbedarf bestand, zeigte sich aufgrund eines Feuerwehreinsatzes, bei dem ein Pinienzapfen im Dachbereich vor dem Absturz bewahrt werden mußte. Ebenso war die über der Vorhalle stehende Marienstatue absturzgefährdet und renovierungsbedürftig.

Nach einem langen und schneereichen Winter 2013 ist nicht nur die Natur zu neuem Leben erwacht, sondern es begannen auch die Aktivitäten im Zusammenhang mit der Renovierung der Westfassade unserer Pfarrkirche.

Am 11. und 12. April 2013 haben hierzu die ersten erforderlichen Untersuchungen durch Restauratoren und weitere Fachleute stattgefunden.Dazu wurde die gesamte Westfassade mit Hilfe einer Hebebühne bis in schwindelerregende knapp 25m Höhe befahren und die zahlreichen Putz- und Farbschichten der dabei gut sichtbaren langen Geschichte unserer Kirche analysiert. Diese geht bis zum 1. April 1639 zurück. An diesem Tag erfolgte die Grundsteinlegung für die heutige Kirche und das ehemalige Kloster. Nach Zerstörungen in den Türkenkriegen wurde die Kirche 1684 wieder hergestellt. Renovierungen und Umbauten an den Aussenfassaden sind in umfangreicherem Ausmaß aus den Jahren 1729, 1872, 1931 und 1973 überliefert.
ca. um 1675, ohne Vorhalle

Zur ursprünglichen Fassadengestaltung heißt es im Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler Österreichs: „Schlichte Klosteranlage des Frühbarock […] mit bemerkenswert barocker Ausstattung […]. Wandpfeilerkirche mit mächtiger Blendfassade […] – 3achsige Fassade mit geschichteten toskanischen Riesenpilastern, über gekröpftem Gebälk geschweifter Giebel. Mittig großes Rundbogenfenster [...]. Übergiebelter Portalvorbau von 1729, mit toskanischer Pilastergliederung.“
Unter dem oberflächigem Reibputz von 1973 ist eine Fassadengliederung mit dunkel durchgefärbten Putzfeldern auf einer darunterliegenden ockerfarbigen Grundfläche gut erkennbar. Wer seinen Blick - und ein wenig Fantasie - auf das Fassadenfeld links von der Eingangs-Vorhalle wirken lässt, kann dieses Erscheinungsbild erahnen.
um 1780, Vorhalle, alter Giebel

Nach Befundungen über den Aufbau des Verputzes der Fassade am 12.4. und 6.9.2013 zeigte sich auch die Notwendigkeit einer statischen Sanierung der Westfassade, die einen tiefen Riß aufwies und sich zudem vom Gewölbe des Langhauses weg bewegte.

Ab dem 7.4.2014 wurde mit der statischen Sicherungsarbeit begonnen, die mit Mitte Mai abgeschlossen war. Es wurde der Spalt in der Fassade mit Mörtel verfüllt und die Fassade zusätzlich mit mehreren Glasfaserstäben (GFK-Stäbe) verspannt. Gegen das Abdriften der Westwand vom Langhaus wurden GFK-Stäbe in die Längswand eingelassen, sodass nach aktuellem Stand der Technik alles unternommen wurde, um dem Verfall der Bausubstanz Einhalt zu bieten.

Die weiteren Schritte bestanden nun in einem Abstrahlen des 1976 angebrachten Verputzes bis auf den barocken Putz, der mörtelmäßigen Ergänzung der Fassade und Überzug der gesamten Fassade mit Kalkmörtel und Färbelung, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu erzielen. An ein Abstrahlen des obersten Giebelfeldes war aber zunächst überhaupt nicht zu denken, weil sich das darin plazierte Reliefkreuz aus Mörtel schollenartig vom Grund abhob und abzustürzen drohte. Es  wurde entschieden, das Kreuz nach Abnahme einer Negativform zur Gänze nachzugießen und auf dem neu  aufzubringenden Grobputz zu fixieren.
Bereits nach Abstrahlen des Gesimses, das aus Trautmannsdorfer Kalksandstein besteht, mussten wir leider feststellen, dass der Barockputz unter dem 1976 aufgetragenen Zementüberrieb erstickt war und jedwede Haftung mit dem Untergrund verloren hatte. Anstelle der vorgesehenen partiellen Ausbesserung des barocken Putzes war es notwendig geworden, die Fassade zur Gänze abzuschlagen und mit neuem Grob-/Feinputz zu versehen.
Der Überraschungen nicht genug, zeigte das Gesimse schwere Schäden. Die Steinsubstanz war vermutlich durch eingesickertes Regenwasser partiell so arg geschädigt, dass im nördlichen Bereich ein Teil des Gesimses im Zuge der vorgesehenen Sicherungsarbeiten abstürzte und die Sicht auf die Holzunterkonstruktion der Verblechung freigab. Ähnlich schwere Schäden zeigen sich im südlichen  Teil des Steingesimses.
Nach Einholung zweier Kostenvoranschläge von Steinmetzbetrieben werden die ungefähren Mehrkosten, allein aus der Sanierung des schadhaften Gesimses, geschätzte EUR 45.000 betragen.

Bei Projektplanung war vorhersehbar, dass es durch verdeckte Schäden/Mängel zu einer Verteuerung der Projektkosten kommen wird, allerdings hat mit diesem Ausmaß  niemand gerechnet. Zusammenfassend ist die Feststellung zu treffen, dass die „Sanierung 1976“ keine nachhaltige war, weil sie zwar eine optische Verbesserung des Zustandes mit sich brachte, nicht  aber die Substanz gefährdenden Ursachen beseitigte.

Dazu ein passender  Spruch unseres geschätzten Priors des früheren Klosters Mariabrunn, Abraham a Sancta Clara (1644-1709):

„Beim Bauen muss man schauen, um sich nicht zu verhauen, sonst kommt man in des Elends Klauen.“

Die über dem Hauptgesimse befindliche Verblechung konnte auf Vorschlag der beteiligten Firmen erhalten bleiben (sie wurde hinterfüllt und zusätzlich verankert). Das Kreuzrelief am Giebel konnte durch die geschickte Hand des eingesetzten Maurers an Ort und Stelle nachmodelliert werden.

An Teilen des Gesimses der Vorhalle zeigten sich gravierende Schäden an den vorkragenden Ecken, die nördliche Ecke brach zur Gänze weg und musste neu aufgebaut werden. Die Sicherung erfolgte mittels eingeklebter Nirosta-Stangen, woraus zusätzliche unvorhergesehene Kosten entstanden.

Ansonsten verlief der Rest der Sanierung ohne größere Rückschläge. Die gesamte Vorderfront wurde mit Grob- und Feinmörtel versehen und mit Silikatfarbe gestrichen. Um einen ruhigen Gesamteindruck  zu  erhalten  und die einmal vorhandene Einheit mit dem übrigen  Baukörper  zu betonen, wurde die Kirchenfront farblich jener des Klosters angeglichen.

Die Marienstatue über dem Hauptportal bedurfte einer grundlegenden Sanierung, weil Substanz und Statik durch äußere Umwelteinflüsse schwer in Mitleidenschaft gezogen waren.

Die Nischenfiguren  und  die Statuen der Hl. Anna und des Hl. Joseph  neben dem Hauptportal bedurften hingegen nur einer oberflächlichen Überholung.

Inzwischen strahlt die Fassade wieder in neuem Glanze, inklusive der Inschrift auf den Tafeln über dem Hauptportal. Diese Arbeiten wurden durch die großzügige Spende einer Gönnerin ermöglicht.

Das Projekt ist damit abgeschlossen, die dadurch verursachten Kosten haben allerdings den ursprünglichen Kostenrahmen erheblich überschritten.

 
Kosten des Gesamtprojektes Westfassade
Gesamtkosten € 292.700,-
Subventionen (Land, Bund) € 110.720,-
Zuschuß Erzdiözese Wien €  62.440,-
Darlehen Erzdiözese Wien, zinsenlos €  51.000.-
Eigenmittel Pfarre €  56.440,-
Eigenleistung Pfarre €  12.100,-
Gesamtbelastung Pfarre   € 107.440,-

Die erforderlichen Eigenmittel wurden bereits aufgebracht, aber die Rückzahlung des Darlehens, mit einer jährlichen Belastung von € 5.100,-- zehn Jahre lang, stellt für den ordentlichen Haushalt der Pfarre eine enorme finanzielle Herausforderung dar – gerade in Hinblick auf die weiteren geplanten bzw. derzeit noch ungeplanten, aber notwendigen, Projekte der Pfarre. Hier seien erwähnt: Orgelrestaurierung, Pfarrhof, Dachboden über der Vorhalle..... Ganz zu Schweigen vom „Sorgenkind Kirchenturm“!

Im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes segnte Domdekan KR Prälat Mag. Karl Rühringer, Bischofsvikar des Vikariates Wien i.R., die Westfassade.

„Die Fassade einer Kirche ist wie ihre Visitenkarte – und ihre Kirchenfassade ist sehr schön“, sagte Prälat Rühringer zu Beginn seiner Predigt. Und er verwies auch auf die ebenfalls renovierten Heiligenfiguren beim Entree: „Bei euch lädt die heilige Anna alle ein, in die Kirche einzutreten“. Zwar ist „die Fassade ihrer Kirche sehr beindruckend geworden, aber es geht auch um das Innere, was sich also in ihrem Innenleben tut“. Dazu nahm Rühringer Bezug auf den „Advent, der die Renovierungszeit ist“, die Zeit für die „innere Renovierung“. Und „der Advent ist im Kirchenjahr auch für die Alleinstehenden, die Alleinerzieher und die Vergessenen da. Wie gut, dass es den Advent gibt!“

Kritisch merkte Rühringer an, dass heutzutage „der Sonntag für viele schon ein Tag wie jeder andere ist: Die christlichen Werte werden scheibchenweise eingeebnet.“ Zu Beginn seiner Predigt hatte der Prälat besonders die Kinder begrüßt, „die mich vielleicht nicht alle sehen können, aber hören können sie mich!“

Kontakt

Römisch-katholische Pfarre Mariabrunn (Maria Heimsuchung)


Hauptstraße 9
1140 Wien


Kanzleistunden
Dienstag, Donnerstag und Freitag
9:00 - 12:00 Uhr

Tel.: 01/979 10 72
Fax: 01/979 10 72-24
e-mail: pfarre [at] mariabrunn [dot] at