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Nach der teilweisen Zerstörung unserer Mariabrunner Kirche im Jahre 1683 durch die Türken wurde die Kirche wiederhergestellt und noch im 17. Jahrhundert unsere heutigen Kirchenbänke errichtet. In ihrer Geschlossenheit (4 Blöcke mit je 6 Bänken) sind diese die ältesten erhaltenen Kirchenbänke von ganz Wien und haben auch künstlerisch einen hohen Wert.

Begonnen hat das Projekt bereits im Jahr 2001 mit der Proberestaurierung einer der insgesamt 24 Bänke. Franz Bauer, Holzrestaurator, der diese Probebank restaurierte schreibt im Vorwort des Restaurierberichts:

Das Kirchengestühl von Mariabrunn ist in seiner Bauart einzigartig und äußerst aufwendig. Es ist mit prunkvollen Ornamenten und reichhaltigem Dekor ausgestattet.

Die feingliedrige Strukturierung nimmt stets Bezug auf die Dreidimensionalität. Die Vielzahl der unterschiedlichen Profilierungen, die Verwendung von kostbaren Materialien wie Maserholz und Zinnintarsien, aber auch die künstlerische Konzeption lassen auf höfisches Mobiliar schließen. Das Gestühl stellt in seiner Charakteristik sicher ein unersetzbares Unikat dar. Aus dem Kontextseiner historischen und kunsthistorischen Bedeutung ergibt sich für die Restaurierung die absolute Priorität des unverfälschten Erhaltens der Originalsubstanz inklusive ihres Altwertes.

Die künstlerische Qualität der Bänke deutet auf eine Entstehung unter dem Einfluss des Kaiserhauses hin. Durch die Jahrhunderte hat allerdings der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen. Feuchtigkeitseinwirkung und Anobienfraß („Holzwurm“) haben dem Holz zugesetzt, Verzierungen und Ornamente gingen verloren, frühere Lackierungen haben die Bänke verdunkelt.

Der Restaurierbericht folgert, dass das „Gestühl in seiner Charakteristik sicher ein unersetzbares Unikat“ darstellt, dessen unveränderte Erhaltung – zumal es vollständig erhalten ist – höchste Priorität habe. Veränderungspläne, die Kirchenbänke „bequemer“ zu machen, mussten somit aus denkmalschützerischen aber auch aus statischen und räumlichen Gründen fallen gelassen werden.

Im Frühjahr 2004 erfolgte die Ausschreibung durch das Bauamt der Erzdiözese Wien. Restauratoren, deren Arbeitsqualität sowohl Diözesan- als auch durch Landeskonservatorin (Bundesdenkmalamt) bekannt war, wurden zur Anbotslegung eingeladen. Dadurch wurde erreicht, dass die Bänke in fachlich anerkannter Arbeitsweise restauriert werden und somit die Originalsubstanz unverfälscht erhalten bleibt.

Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurden nun die Bänke blockweise demontiert und in der Tischlerwerkstätte mühsam alte Lackierungen entfernt und das Holz gefestigt. Danach wurden verlorene Ornamente nachgeschnitzt und fehlende Furnierungen in traditioneller Technik ergänzt, sodass die Bänke in neuem „alten“ Glanz erstrahlen. Durch diese fachgerechte Restaurierung wurde ein unersetzbares Unikat barocker Tischlerkunst für die Nachwelt gerettet.

Am 10.8.2004 wurde der erste Bankblock von den „Waldviertler Restaurierwerkstätten“ vorsichtig demontiert! Dabei zeigte sich, dass auch die Bretter des Podiums durchgetreten und zu erneuern waren. Gleichzeitig wurden auch die elektrischen Anschlüsse für die Kirchenbankheizung modernisiert.

Am 20.12.2004, gerade rechtzeitig vor Weihnachten, wurden die restaurierten Bänke des ersten Bankblockes wieder montiert. Das Ergebnis war überwältigend. In unzähligen Arbeitsstunden wurden alte dunkle Lackierungen entfernt, das vom Holzwurm stark zerfressene Holz gefestigt und fehlende Profilleisten und Schnitzornamente händisch nachgeschnitzt und ergänzt.

Bereits Mitte Jänner 2005 wurden die Bänke des zweiten Bankblocks abmontiert. Und am 23. Mai 2005 war die Hälfte der Arbeit geschafft – in mehrwöchiger intensiver Arbeit haben die „Waldviertler Restaurierwerkstätten“ weitere fünf Bänke restauriert und am 23. Mai wieder montiert. Wie bereits beim ersten Bankblock wurden das vom Wurm zerfressene Holz gefestigt, alte nachgedunkelte Firnisschichten entfernt, fehlende Furnierungen ergänzt, verloren gegangene Ornamente und Profilleisten händisch nachgeschnitzt und montiert.

Am 10. November 2005 wurden dem Zeitplan entsprechend die Bänke eines weiteren Blocks durch die „Waldviertler Restaurierwerkstätten“ sorgsam abmontiert und nach Wolfsbach bei Drosendorf gebracht. Gleichzeitig wurden die morschen und bereits durchgetretenen Bodenbretter des Podiums durch neue ersetzt. Die Herausforderung bei der Instandsetzung dieses dritten von vier Bankblöcken liegt in der Wiederherstellung einer bereits Anfang der 70er-Jahren abmontierten – und seit dieser Zeit nicht mehr aufgestellten - Kirchenbank: Sie wurde damals im Zuge einer Proberestaurierung von einer Tischlerei nicht nur komplett zerlegt sondern leider auch derart abgelaugt, dass die verschiedenen Furniere und Holzarten kaum mehr erkennbar sind. Mittlerweile haben sich jedoch Verständnis aber auch Restauriertechniken für alte Kunstgegenstände verbessert und verbieten solche „Instandsetzungen“.

Am 31. Mai und am 1. Juni 2006 wurden die restaurierten Bänke eines weiteren Bankblocks an ihrem angestammten Platz aufgestellt. Als ganz besonderes Meisterwerk ist den Waldviertler Restaurierwerkstätten dabei die Wiederherstellung einer komplett zerlegten und vollkommen abgelaugten Bank gelungen. Obwohl viele geschnitzte Verzierungen und Furnierstücke gefehlt haben, ist diese Kirchebank nur durch minutiöses Vergleichen unter den fünf anderen ihres Blockes herauszufinden.

Voller Optimismus wurde daher auch der letzte Bankblock in Auftrag gegeben: Mitte September abgeholt, wurde er vor Weihnachten restauriert wieder montiert!

Gemeinsam mit der Restaurierung des Kirchengestühls erfolgte auch die Erneuerung der aus dem Jahre 1961 stammenden und mittlerweile veralteten Kirchenbankheizung. Über ihre Errichtung berichtet die Pfarrchronik (auszugsweise):

Einem lang gehegten Wunsche der Pfarrbevölkerung entsprechend, entschloss sich der Pfarrkirchenrat zur Elektroheizung der Kirche und Sakristei. Hiefür waren 22 Rohröfen unter den Sitzbänken montiert, ein Spezialheizkörper zur Kaltluftabschirmung beim rückwärtigen Eingangstor und Flächenbeheizung am Chor, ferner 2 Elektro-Nachtspeicheröfen in Sakristei, die überaus schwierige und lang dauernde Installierung durch hiesige Fa. Installateur Karl Hohla, schließlich der Maurerverputz durch Fa. Geiger, insgesamt an Gesamtkosten öS 68.954.70. Die Kosten wurden hereingebracht durch ein Darlehen, der Finanzkammer (Anm.: der Erzdiözese) Wien, durch einen Postwurf an 2000 Wohnparteien, durch Ersparnisse, Spenden und Kirchensammlungen. Das Darlehen der Finanzkammer wird durch Einbehaltung des perzentuellen Anteils an Kirchenbeiträgen in wenigen Jahres zurückbezahlt sein.

Der Spezialheizkörper beim Kirchentor wurde bald wieder entfernt.

Mitte der 80er-Jahre wurde im Zuge der Gesamterneuerung der teilweise noch aus der Zwischenkriegzeit stammenden elektrischen Anlage die elektrische Anspeisung der Sitzbankheizung sowie die Steuerung derselben modifiziert. Gleichzeitig wurden auch die Nachtspeicheröfen in der Sakristei durch moderne Geräte ersetzt und die Flächenbeheizung am Chor wegen Unrentabilität abmontiert. Eine Erneuerung der unter den Bänken liegenden Rohröfen erfolgte damals mangels tauglicher Alternativen nicht – und die Unzufriedenheit über eine kalte Kirche verbunden mit dem Wunsch nach einer neuen Heizung währte an.

Fairer Weise muss gesagt werden, dass die Kirche unabhängig vom Heizsystem nie „Wohnzimmertemperatur“ haben wird. Denn von den 168 Wochenstunden wird der ca. 14 Meter hohe Kirchenraum durchschnittlich nur während drei Stunden genutzt und müsste somit zu 95% umsonst geheizt werden. Dies ist ebenso unrentabel und unbezahlbar wie das punktuelle Aufheizen der Kirche für einen Gottesdienst. Eine hiezu geeignete Warmluftheizung scheidet aus da sie die Gefahr birgt, die weißen Wände binnen kürzester Zeit zu verschmutzen und durch trockene Luft Orgel, Ölbilder sowie hölzerne Altäre zu schädigen. Außerdem würde die warme Luft auf 14 Meter Höhe entschweben und unten bliebe es weiterhin kalt.

So blieb weiterhin als einzig sinnvolle und kostengünstige Lösung ein Heizsystem, das den unmittelbaren Bereich der Bänke erwärmt. Nach fachkundiger Beratung und anschließendem „Probesitzen“ der Pfarrgemeinde wurde eine so genannte „Sitzflächenkontaktheizung“ ausgewählt. Bei dieser wurden auf den Sitzflächen Heizelemente in Folienform montiert und mit Filz belegt. Um alle Auflagen des Denkmalschutzes zu erfüllen, wurde ein dunkelroter Filz gewählt und die Heizung beim Einbau exakt an die Sitzflächen angepasst. Technisch gesehen gibt eine „Sitzflächenkontaktheizung“ nur an den während des Gottesdienstes besetzten Plätzen Wärme ab. Ein Überhitzen „rückwärtiger Körperteile“ ist allerdings nicht möglich, da die Heizung Thermostatgesteuert ist. Die Betriebskosten für die gesamte Heizung (22 Kirchenbänke) liegen mit zirka fünf Euro pro Stunde wesentlich unter den Kosten für die bisherige Röhrenheizung.

Sämtliche Errichtungskosten wurden ausschließlich aus dem Pfarrbudget getragen und konnten durch tatkräftige Hilfe fachlich fundierter Pfarrangehöriger gering gehalten werden.

Kontakt

Römisch-katholische Pfarre Mariabrunn (Maria Heimsuchung)


Hauptstraße 9
1140 Wien


Kanzleistunden
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9:00 - 12:00 Uhr

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Fax: 01/979 10 72-24
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